Fortbildung

DEMENZ:

Gelingende Interaktionsgestaltung mit Menschen mit fortgeschrittener Demenz:
Professionelle Haltung – Fachwissen – Handlungskompetenz

Im schweren Stadium einer Demenzerkrankung können sich die Personen häufig verbal nicht mehr mitteilen und einfache Handlungsangebote gar nicht oder nur eingeschränkt umsetzen. Ihre Ich-Identität ist somit stark gefährdet. Pflegeexpertinnen können trotzdem mit den Betroffenen interagieren und sie darin Unterstützen Handlungen eigenaktiv umzusetzen. Denn Beziehungen lassen sich nicht nur durch verbale Sprache gestalten. Das Sprachinstrument – Körper hat in diesen krisenhaften Lebenslagen einen besonderen Stellenwert. Wie sich die Verständigung zwischen Menschen mit fortgeschrittener Demenz und Pflegende/Betreuungspersonen gestaltet ist für die Lebensqualität beider Interaktionspartner von besonderer Bedeutung. Die besondere Herausforderung ist es, sich immer wieder auf die Suche zu begeben, WIE sich Pflegende/Betreuungspersonen einem Menschen mit fortgeschrittener Demenz in ihrer alltäglichen Begleitung verständlich machen können und dabei deren Selbstbestimmung und Selbstregulation unterstützen und fördern. Eine gelingende Interaktion in diesen schwierigen Lebenslagen ist abhängig von der professionellen Haltung der Pflegenden/Betreuungspersonen, Fachwissen und Handlungskompetenz.

Eine solche Expertise von Pflegeexpertinnen war Motivation und Anlass zu meiner Promotionsarbeit die ich am Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Witten durchführen konnte. In dieser Studie habe ich untersucht, WAS zwischen Pflegeexpertinnen und Personen mit schwerer Demenz bei Alltagshandlungen passiert und WIE sich die verbale und nonverbale Interaktionsbeziehung zwischen diesen Personen gestaltet. Die in die Untersuchung einbezogenen Pflegeexpertinnen kommunizieren Handlungsangebote bei Personen im schweren Stadium der Demenz in Form einer gestischen Simulation einer Handlung, wenn diese eine verbale Handlungsaufforderung nicht umsetzen können. Durch die Spiegelung dieser Geste wird die zu pflegende Person dahin geführt, die damit verbundene Handlung eigenaktiv umsetzen zu können, ihre Selbstbestimmung wird gefördert und die körperliche Abhängigkeit verringert.

Die Ergebnisse schaffen einen erklärenden und beschreibenden Zugang zu diesen Interaktionspraktiken und sie erweitern das Verständnis professionell pflegerischen Handelns in Interaktionen mit Personen mit fortgeschrittener Demenz. Die Interaktionsqualität, die ich durch diese Studie aufdecken konnte, dient als empirische Grundlage dieser Fortbildung.

Ziel der Fortbildung

Die Fortbildung soll Pflegende und Betreuungspersonen für ihre Rolle in der Beziehungs- und Interaktionsgestaltung mit Menschen im fortgeschritten Stadium einer Demenzerkrankung sensibilisieren und sie befähigen ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. WIE sie deren Selbstbestimmung und eigenaktives Handeln unterstützen und fördern können wird anhand der Ergebnisse meiner Untersuchung bearbeitet.
Wenn Sie diese Fortbildung besucht haben, werden sie befähigt sein eine positive Beziehungsgestaltung mit Personen mit fortgeschrittener Demenz zu entwickeln, sie in Alltagshandlungen besser einzubeziehen und in schwierigen Situationen in einen Hilfreichen Austausch zu treten.

Zielgruppe

Altenpfleger/innen, Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, Pflegefachhelfer/innen, Personen der sozialen Betreuung, nach Absprache Mitarbeiter/innen der stationären Altenhilfe.

Fortbildungsinhalte


    • Auswirkungen der Erkrankung Demenz auf Beziehungs-, Interaktions-, Kommunikations-
      und Sozialverhalten
    • Ethische Haltung im Umgang mit Menschen mit f. Demenz
        ◦ Die Bedeutung von Selbstbestimmung in sozialen Interaktionen
    • Personsein als Ergebnis von Beziehungserleben für Menschen mit f. Demenz
        ◦ Die Bedeutung von eigenaktiven Handeln zur Erhaltung der Ich-Identität
    • Professionelle Rolle als Interaktions- und Kommunikationspartner/in
        ◦ Spannungsfeld Nähe und Distanz reflektieren
        ◦ Verbale und nonverbale Interaktions- und Kommunikationsgestaltung
        ◦ Gestisch-kommunikatives Handeln
        ◦ Den eigenen Körper als Sprachinstrument reflektiert einsetzen
        ◦ Das Sprachinstrument Körper der Person mit f. Demenz lesen lernen

Pädagogisches Konzept

Die Fortbildung wird nach den Prinzipien der Erwachsenenbildung aufgebaut.

  • Neben den klassischen Methoden des Unterrichts sind Eigenerfahrungen und Übungen wesentliche Anteile der Fortbildung. Die Praxis- und Eigenerfahrungen der Teilnehmenden werden bewusst in den Unterricht mit einbezogen. Sie gestalten den Unterricht mit und leisten im Sinne des ganzheitlichen Lernprozesses den Transfer zu ihrem Aufgabengebiet in der Praxis.
  • Die Diskussion zwischen den Fortbildungsteilnehmern und Dozenten ist essentiell.
  • Lehrveranstaltungsrelevante Arbeitsdokumente werden zur Verfügung gestellt.

Dauer und Struktur

Acht Präsenztage,
64 Unterrichtseinheiten (1 UE = 45 Min.) die aufeinander aufbauen und nicht einzeln buchbar sind.
6 UE Praxisaufträge.
Leistungsnachweise: Zwischen den einzelnen Terminen erhalten die TN Praxisaufträge die gemeinsam reflektiert werden.
Die TN erhalten am Schluss der Fortbildung eine Teilnahmebescheinigung.

Kosten: 980 €

Kursleiterinnen: Dr. rer. medic. Beatrix Döttlinger und Elisabeth Wust

Anmeldung:
Elisabeth Wust: wust(at)ichdues.de
                         Mobil: 0160 96318735
Veranstaltungsort:
Bildungshaus Pallotti Freising
Pallottinerstr. 2

85354 Freising

Die Kursleiterinnen

Dr. rer. medic. Beatrix Döttlinger
    • Pflegewissenschaftlerin
    • Gesundheits- und Krankenpflegerin
    • Kursleiterin Basale Stimulation® in der Pflege (1994) mit Qualifikationsseminar (1996)
    • Trainerin für Kinästhetics in der Pflege Stufe II
    • Arbeitsschwerpunkte: Dozentin im Gesundheitswesen in Aus-, Fort- und Weiterbildungen
Langer Rain 4
D-85301 Schweitenkirchen
Tel: +49-(0)8444-7588
Mail: beatrix.doettlinger(at)t-online.de

Elisabeth Wust
•    Gesundheits- und Krankenpflegerin
•    Kursleiterin Basale Stimulation® in der Pflege (1994) mit Qualifikationsseminar (1996)
•    pflegetherapeutische Beratung, Schulung und Begleitung
o    für pflegende Angehörigen
•    pflegetherapeutische Begleitung und Beratung in der Pflege von
o    Menschen mit neurodegenerativen Veränderungen und dementieller Erkrankung
o    schwerbeeinträchtigten Menschen z.B. im "Wachkoma", nach Apoplex
•    Pflegeüberleitung in einer Einrichtung für Menschen mit Demenzieller Erkrankung
•    Freiberufliche Dozentin in Aus-, Fort- und Weiterbildung
Mail:    wust(at)ichdues.de
Home: www.ichdues.de

Die Kursleiterinnen haben 20 Jahre die Weiterbildung Praxisbegleiter/Praxisbegleiterin Basale Stimulation® in Freising geleitet (http://www.weiterbildung-basalestimulation.de). Sie wurden in Witten- Herdecke bei Herrn Prof. Dr. A. Fröhlich und Frau Prof. Chr. Bienstein ausgebildet.